Wir sind früh aus den Federn und der nette Hotelchauffeur liefert uns zeitgerecht am Moskauer Bahnhof ab.
Wir besteigen unseren Wagen und haben für die nächsten sieben Stunden ein eigenes Abteil zu Zweit.
Wir besteigen unseren Wagen und haben für die nächsten sieben Stunden ein eigenes Abteil zu Zweit.
Der Zug fuhr über Nacht von Moskau bis St. Petersburg und geht jetzt weiter um 06.25 Uhr nach Tallinn. Es sind rund 320 Kilometer, aber die Fahrt mit Dieseltraktion geht zuerst sehr gemächlich, und schliesslich ist dann noch die internationale Grenze zu passieren, was länger dauert. Heute hat es ein sehr schönes Morgenrot, wie man es bei uns auch nicht oft sieht. Das Land ist ziemlich langweilig, flach, Wälder, Wiesen, mal wieder ein Kaff mit meist zerfallender Industrie, wie wir es schon kennen.
An der Grenze erfolgt dann die erwartete Grenzkontrolle, welche eine geschlagene Stunde für die Ausreise aus Russland in Anspruch nimmt und nochmals dreiviertel Stunden für die Einreise nach Estland/EU. Die Russen nehmen es wirklich seeeehr genau, wir müssen sogar die Koffern aufmachen und zwei Hunde beschnuppern uns. Zum Glück erhalten wir dann auch noch die Pässe wieder zurück, und wir sind einigermassen erleichtert, dass wir passieren können. Wir sind erst recht überzeugt, in Warschau richtig gehandelt zu haben und nicht nach Brest/Belarus weitergereist zu sein... Der Gedanke daran, die Nacht in Gesellschaft der Grenzwächter verbringen zu müssen, ist nicht sehr toll. Insgesamt haben wir aber einen sehr guten Eindruck von den Russen, sehr anständige Leute, gar nicht wie jene, die man als Touristen manchmal erlebt.
Auf estnischer Seite sieht das Land kaum anders aus, es beginnt nun auch wieder zu regnen. Die einzigen Berge sind irgendwelche Abraumhalden von Bergwerken, welche sich der Wald wieder zurückerobert.
In Tallinn angekommen suchen wir bei strömendem Regen das Tram, welches uns vors Hotel bringt (Tatra-Tram, Kapspur, ziemlich selten). Da der Regen nachlässt, machen wir uns auf zu einer Runde durch die sehenswerte, recht gut erhaltene Altstadt. Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte, war während Jahrhunderten stark von deutschen Kaufleuten oder den Russen geprägt. Estland gibt es noch nicht sehr lange als eigenes Land, ist heute Mitglied der EU und hat den Euro als Währung. Die Preise sind relativ tief. In der Altstadt hat es zahlreiche kleine Läden mit Handwerkskunst, Souvenirs oder kleineren Restaurants, wo wir uns eines mit Namen "Oliver" zum Abendessen aussuchen.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen