2018_02_28_White Island

Wegen des auffrischenden Windes war es nicht sicher, ob wir die schon von Zuhause aus gebuchte Tour auf die White Island durchführen konnten. Es hat dann aber doch noch geklappt, der Wind hatte ca 4,5 Bft, das war gerade noch am Limit, dass mit Touri-Böötli zur 50 km Offshore gelegenen Insel geschippert werden konnte. Die Hinfahrt war dann tatsächlich etwas unruhig... Trotzdem hatten wir das Glück, dass uns eine sehr grosse Delphinschule begleitete. Wirklich spannend, wie die Tiere dauernd aus dem Wasser springen.

Die White Island wurde von Cpt. Cook 1769 so getauft, weil da immer weisser Nebel aufsteigt. Er ahnte jedoch nicht, dass dieser Nebel vulkanischen Ursprungs ist. Dieser Vulkan ist recht aktiv, die letzte grössere Eruption fand im Herbst 2013 statt. Noch grössere und andauernde Ausbrüche waren 1981 - 2000 zu verzeichnen, bei denen die gesamte Vegetation auf der Insel vernichtet wurde und auch die Kraterseen sich offensichtlich völlig veränderten. Auf der Insel wurde vor 100 Jahren auch Schwefel abgebaut, der damals statt Antibiotikum aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung verwendet wurde. Diese Tätigkeit wurde in den 1930-Jahren aber aufgegeben, weil Unfälle und die schwierige Abbausituation ein weitermachen unrentabel machten. Reste der damaligen Industrieanlagen sind aber immer noch zu sehen, soweit nicht von Lava überdeckt.




Die Insel mutet an wie eine Mondlandschaft: überall zischt und brodelt es, die Farben sind fantastisch, gelb, rot, weiss, schwarz. Auch der Sandstrand besteht aus schwarzem Sand. Es dürfen nur eine limitierte Anzahl Touristen da raus, wir schätzen uns wirklich glücklich, dass das geklappt hat.  Man sollte auch nicht vom Trampelpfad abweichen, den unsere Führer vorangehen, da man riskiert, in ein 100 Grad heisses Dampfloch zu fallen... Zäune gibt es hier keine, man muss selber aufpassen. Am Rand des aktuellen Hauptkraters zu stehen ist in der Tat sehr eindrücklich. Da sieht man verschiedene Stellen, an denen heisser Dampf austritt oder Schlamm vor sich hin köchelt. Alles scheint unter enormem Druck zu stehen. Man rechnet derzeit jedoch nicht mit einem baldigen Ausbruch, wie dauernde Überwachung dank Messinstrumenten aufzeigt. Trotzdem ist es irgendwie unheimlich, auf diesem schlafenden Pulverfass zu stehen.

Beim Zurückfahren mit dem Schlauchboot zu unserem Shuttle-Schiff spürt man, dass der Wind aufgefrischt hat. Für einige Gruppenmitglieder wird es ziemlich schwierig, wieder aufs Schiff zu klettern... Die Rückfahrt ist jedoch ruhig, da wir nun den Wind im Rücken haben und quasi auf den Wellen reiten.

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