Heute Samstag zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite.
Wir fassen unser Auto aus, welches wir die nächsten knapp zwei Wochen für die
Fortbewegung brauchen. Die Fahrt geht von Wellington aus Richtung Norden. Nicht
wie vor drei Jahren über Palmerston North, sondern auf dem Highway Nr. 2 in
Richtung Napier. Schon bald nach Wellington wird die Gegend sehr hügelig,
dazwischen gibt es aber grosse Ebenen mit viel Landwirtschaft, hauptsächlich
Schaf- und Rinderzucht. Je weiter wir nach Norden kommen, umso mehr Wein wird
angebaut. Schliesslich ist der Südosten eines der grössten Weinanbaugebiete auf
der Nordinsel.
Etwa 30 km nach Masterton besuchen wir das Pukaha Mount
Bruce National Wildlife Center. Dort gibt es eine Sammlung von verschiedenen
einheimischen Vögeln und Geckos in grossen Volieren. Einige sind zwar nicht
belebt («under Construction» oder sonstwie ausgeflogen…). So sehen wir leider
auch keinen der Kiwis. Der eine sei beim Tierarzt und der andere spielte gerade
verstecken, als wir dort waren…
| Kereru |
| Tui |
Dieses Zentrum ist in einem der letzten Reste des
ursprünglichen Urwaldes angelegt. Man fühlt sich an die Wälder des Abel
Tasman-Parks erinnert. Die Gegend zwischen Wellington und Napier war bis vor
120 Jahren durchgehend mit Urwald bestückt. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden
in grossem Stil ganze Landstriche urbar gemacht, wozu gar Holzfäller aus
Skandinavien hergeholt wurden. Die damaligen Farmer haben ganze Arbeit gemacht
– die Gegend ist grundsätzlich kahl, sogar auf den Hügeln gibt es kaum Wald,
oder dann nur die bekannten Monoplantagen mit schnellwachsenden Nadelbäumen.
Im Wildlife-Center wurde auch über die Kiwis berichtet.
Diese spannenden Vögel kamen früher millionenweise hier vor. Es gibt fünf
Sorten, insgesamt aber nur noch ca 70'000 frei lebende, von einer Sorte gar nur
noch wenige hundert. Die Rodungen, Landwirtschaft und vor allem auch die
eingeführten Tiere wie Possums, Igel, Marder oder streunende Hunde machen
diesen Tieren das Leben schwer. So wird in Zuchtanstalten wie der heute
besichtigten versucht, Eier auszubrüten und die Tiere dann später auszusetzen.
Kiwis werden übrigens rund 30 Jahre alt, in Gefangenschaft bis 60 Jahre.
Den Übernachtungsort heute haben wir eher zufällig gefunden:
Wir logieren in einem historischen Farmhaus «Ashcott Homestead». Ein sehr
stilvolles Anwesen mitten im Farmland, in dem schon der spätere King Georg IIIV
übernachtet hat. Man gönnt sich ja sonst nichts…😊
Kommentare
Kommentar veröffentlichen