Heute haben wir unseren Veloguide kennen gelernt, der
astreines Deutsch kann und das nach 6 Jahren Studium an der Uni in Havanna. Er
war noch nie in Europa und kann das, wie wenn er das ganze Leben lang nichts
anderes gemacht hätte. Zuerst hat er uns ein paar Infos zu Kuba gegeben und uns
erklärt, wie das hier normalerweise läuft. „Normalerweise“ heisst: so wäre es
geplant, aber die Realität sieht hier oft anders aus. Beispiel Lift im Hotel!
Seit über zwei Jahren hängt hier ein Zettel, dass die Liftanlage renoviert und
ersetzt wird, es sind seither nur zwei von sechs Aufzügen in betrieb. Das ist
für ein Hotel mit 23 Stöcken etwas gar wenig. Glück hast du wenn du, wie wir,
in einem der unteren Stockwerke wohnst, dann kannst du gut laufen. Das
Treppenhaus ist aber, wie die Liftanlage, nur bedingt vertrauenerweckend. Die
Kubaner nehmen das aber eher gelassen und machen das Beste aus jeder Situation.
Hemmingway's Bar |
Nachdem dann auch die letzten angeblich nicht Informierten
unserer Reisegruppe, welche eben normalerweise informiert hätten werden sollen,
mit einer Verspätung von 1 Stunde zu uns gestossen sind, hat sich die
10-köpfige Gruppe bestehend aus 4 Schweizern und 6 Deutschen dann aufgemacht zu
einem Rundgang in der Altstadt mit dem Ziel, die vier schönsten Plätze
anzusehen, welche schon restauriert sind. Die Plazas Catedral, San Francisco de
Assis-, Carlos Manuel Espedes-, der Waffen- sowie der Alte Platz, den wir
gestern schon gesehen haben. Danach ging‘s zu einem traditionellen Mittagessen
in einer privaten Beiz inkl. Mojito (den ich immer noch spüre) und dann noch
zur Festung auf der anderen Buchtseite inkl. Christostatue, wo wir einen tollen
Blick auf Havanna genossen. Die Festung der Spanier aus dem 17. Jhdt. Sieht
zwar sehr massiv aus, gegen die Engländer hat sie aber nicht viel genützt, weil
diese dann von der anderen Seite herkamen… und so die Stadt einnahmen. Ca 1763
haben die Engländer dann Florida gegen Cuba mit den Spaniern eingetauscht,
bevor dann ein paar Jahre die USA gegründet wurden. Und Cuba blieb schliesslich
bis 1898 bei den Spaniern, die damals mit Hilfe der USA rausgeworfen wurden.
Im Gegensatz zur gestrigen Tour haben wir heute die wohl am
besten erhaltene bzw. renovierte Gegend der Altstadt gesehen. Leider umfasst
dies aber erst einen sehr kleinen Teil, da bleibt noch ganz viel zu tun, was
aber mangels Geld wohl noch sehr lange auf sich warten lässt.
Danach haben wir am Pool ein wenig entspannt. Was haben wir
heute neues gelernt? Dass die Altstadt von La Habana auch sehr schöne Plätze
und sehenswerte Ecken hat. Es gibt sehr viele staatliche Restaurants und nun
auch zunehmends solche auf privater Basis. Wenn du eine Beiz in Habana auf
privater Basis führst, dann musst du in den normalen Läden einkaufen. Es gibt
keinen CC oder Grosshandel. Das macht natürlich den Einkauf schwierig. Wenn du
dann bsp. Bier brauchst, dann musst du anstehen, wie ein Privater. Das erklärt
auch, warum verschiedene Restaurants dann halt bereits am Mittag nur noch das
traditionelle Huhn mit Reis und Bohnen anbieten können. Und wenn du von
“hinten“ an ein Monument heranfährst, merkt das der Parkwächter schon und er rennt dir nach um Geld einzutreiben. Das
kommt dann den Umbauten zu gut. Ach ja und der Städtearchitekt hat den geilsten
Job. Der bestimmt alles, bekommt viele Studenten zugewiesen, die für ihn planen
und er darf alles Geld, welches mit Fotos, Strassenmusik und vielem mehr
hereinkommt (wir glaubten bis anhin, das sei gebettelt…) wieder ausgebenJ!
Kirche San Francisco |
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