6.3.16 Zuckermühlental

Am Samstagabend machten wir einen Spaziergang durch die Altstadt. Ganz Trinidad scheint eine Festhütte zu sein – überall karibische Lifemusik und Leute am Tanzen oder Trinken…ganz wie bei uns die Jungen zu feiern gewöhnt sind; keine Spur von Sozialismus.
An diesem wunderschönen Sonntagmorgen mit warmem Sonnenschein sind wir mit dem Velo knapp 20 Km nach Osten gefahren. Unterwegs galt es einen Aussichtspunkt zu erklimmen, wo man einen schönen Rundblick über ein langes Tal hatte, in dem früher auf etwa 270 Km2 Zuckerrohrbarone diese Pflanze anbauten und steinreich wurden. Am Ziel, in Manaca Iznaga, besichtigten wir eine der früheren Zuckerbaron-Villen, die sogar einen rund 50 m hohen Turm besitzt, der vor 200 Jahren erbaut wurde, der Torre Iznaga. Von da oben wurde früher überwacht, ob die Sklaven auch am Arbeiten seien!
Die Zuckerrohrwirtschaft ist eng mit der Sklaverei verbunden. Die einheimischen Indios waren den Spaniern wie in den anderen zentral- und südamerikanischen Ländern zuwenig leistungsfähig. Die meisten starben in Gefechten oder an Krankheiten, die wenigen Verbliebenen haben sich mit den Europäern vermischt. Es gibt heute keine rein indianische Bevölkerung mehr auf Cuba. Die bereits ab dem 16. Jahrhundert aus West- und Zentralafrika importierten Sklaven erwiesen sich hingegen als gute Arbeitskräfte. Die Hacienda, welche wir besichtigten, besass Mitte des 19. Jahrhunderts 350 (!) Sklaven, welche unter teils unglaublichen Bedingungen arbeiten mussten. Cuba war eines der letzten Länder, welches die Sklaverei erst im Jahre 1886 abschaffte. Ein eher unrühmliches Kapitel der (weissen) Menschheit.
Die Zuckerbarone liessen bereits im Jahre 1836 eine der ersten Eisenbahnen in Amerika erbauen (zum Vergleich: BRD = 1835, CH = 1847), um das Zuckerrohr zur Verschiffung in die Häfen zu transportieren. Die Bahnlinie steht heute noch, gelegentlich fährt ein Touristen-Dampfzüglein, das wir aber leider nicht sahen. Zuckerrohr ist nebst Rum und Tabak immer noch ein wichtiges Exportgut. Doch wurde der Anbau nach dem Rückzug der Russen ab 1989 vernachlässigt, erst jetzt wird der Anbau wieder intensiviert.

Nach der Fahrt zurück zum Hotel hiess es den Sonntag am Pool zu verbringen und auszuspannen.

Heutransport der anderen Art

grosser Bahnhof :-)





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