La Habana, wie eine grosse Dame wird die Hauptstadt Kubas
genannt. Und sie war einmal eine grosse Dame, heute ist sie sehr ramponiert.
Die Gebäude zerfallen zusehends; Kuba ist nach dem Rückzug der Russen nach 1989 arm und ärmer geworden. Nichts desto trotz ist es eine Reise wert. Die Lebensfreude der Menschen hier in Kuba, obwohl sie nichts haben, ist wahrlich überzeugend / bewundernswert und manch einer unsere Eidgenossen könnte sich da eine Scheibe davon abschneiden. Bei jeder Gelegenheit wird gesungen und getanzt.
Nach einem wunderbaren Frühstück im Hotel Sevilla, im
obersten Stock mit fantastischer Aussicht, haben wir uns heute zuerst einen
Überblick mit einer Cabriofahrt in einem wunderschönen rosa farbenen typischen
Amerikanerschlitten, einem Chevy (Jahrgang 1949), verschafft.
Der Driver führte uns durch die Altstadt, neue Quartiere und
zu einem riesigen Friedhof. So kamen wir auch durch einen wunderschönen Urwald,
wo die Einheimischen so eine Art Woodo-Zauber zelebrieren. Ich konnte gerade
zusehen, wie ein Huhn das Zeitliche segnete und die Puppen drapiert wurden.
Nach einer 2h-Fahrt wurden wir wieder abgesetzt und nun
erkundeten wir die Stadt auf eigenen Füssen. Wir waren fasziniert von den alten
Autos (Katalysator etc ist hier by the way kein Thema, dazu fehlt schlicht das
Geld, man atmet soviel Dreck in einem Tag ein wie bei uns in einem ganzen
Monat…), den farbigen Gebäuden und auch eben der schon erwähnten Lebensfreude
der Kubaner/innen. Erstaunt sind wir über die Einkaufsmöglichkeiten, welche
sich offensichtlich an einer ziemlich unteren Schmerzgrenze bewegen. Riesige
Läden mit Nichts drin – keine Auswahl! Ein Damenbekleidungsgeschäft hatte
gerade mal 3 verschieden farbige Jupes in verschiedenen Grössen zur Auswahl…
Das heisst also, wenn du Hosen brauchst und die gerade nicht
zu haben sind, musst du dich halt mit einem Kleid begnügen, falls du das Glück
hast, dies in der richtigen Grösse zu bekommen.
Nach einem abschliessenden Sunsetspaziergang an der
Strandpromenade, entlang von halbzerfallenen Palästen im Kolonialstil, wurden
wir mit einem fantastischen Licht verzaubert und nach dem typischen, immer
verfügbaren Essen von Reis, Bohnen und Huhn gehen wir relativ früh zu Bett. Der
Jetlag hat uns glaube ich schon noch etwas im Griff.
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