2017_06_05 2$-Note und und auch grosse Tiere = Bär

Heute regnet es - ein idealer Tag, um in Charlottesville einen "Museumstag" zu verbringen. Wir besichtigen den Landsitz Monticello, auf welchem Thomas Jefferson lebte. Jefferson erbte das Land von seinem Vater und ging als Verfasser der Unabhängigkeitserklärung und als dritter Präsident (nach G. Washington und T. Adams) 1801 - 1809 in die Geschichte ein. Dieser Jefferson war in der Tat ein besonderer Mann, er lebte nach dem Motto "Wissen ist Macht" und war nebst der Politik an Technik, Agrikultur und Architektur interessiert. Zwar benötigte auch er rund 200 Sklaven, um sein Land zu bewirtschaften, doch hinterliess er ein heute noch weitgehend erhaltenes Erbe an wissenschaftlichen Aufzeichnungen. Die Erforschung des Westens war ihm besonders wichtig, weshalb er 1803/04 dann auch die Expedition von Lewis und Clark durch unbekanntes Gebiet bis an den Pazifik entsandte. Ob heutige Präsidenten noch so weitsichtig denken und handeln, darf bezweifelt werden - es zählt ja auch nicht mehr das Wissen, sondern vor allem das Geld... Nun denn, die Zeiten ändern halt.


Das untere Bild zeigt einen Weinlift, welchen Jefferson extra hat konstruieren lassen in seinem Haus. Diese Lifte waren auf der Seite des Kamins im Speisesaal angebracht, so dass der Hausherr nur nach unten in den Keller, wo der Butler (sklave) wartete, melden konnte, dass eine neue Flasche hinauf gezogen werden soll. Ebenso wurde mit dem Essen verfahren: In der Küche im Keller produziert, mittels Lift in ein Separée geliefert und von dort aus bequem von einer Person, wie von Zauberhand aufgetragen.

Ebenso war Jefferson die Zeit wichtig. In allen Räumen hat es Uhren in verschiedener Art und Form. Die speziellste ist eine Uhr, welche zusätzlich zur Zeit noch die Wochentage angibt. Weil sich aber Jefferson in der Dimension etwas verrechnet hat, ist der Samstag erst im Keller ablesbar - er musste dafür ein Loch durchs Entrée bohren :-).



Und noch eine kleine Geschichte am Rande: 2$-Noten sind in den USA sehr selten. Als wir im Jahre 1988 das erste Mal zusammen hier waren, glaubten wir mit einer solchen Note ein "Fake" erhalten zu haben und haben sie grosszügig in einen Campground gespendet. Später erzählte man uns, dass diese Note durchaus gültig ist, aber äusserst selten zu kriegen sei und man ein absoluter Glückspilz ist, wenn man sie als Change bekommt. Raphael hatte in San Francisco vor einigen Jahren so ein Glück und wir bekamen sie heute als Change beim Kaufen des Eintrittes ins Jeffersonhaus Monticello. "It's your gift" hat der Kassier gesagt und uns stolz zwei Noten übergeben...Darauf zu sehen ist der Kopf des ehemaligen Präsidenten Jefferson :-)!


Nach dieser wirklich interessanten Besichtigung wenden wir uns wieder der Natur zu und fahren auf dem Skyline-Highway im Shenandoah-Nationalpark bis etwa in die Mitte, wo wir in einer netten Lodge aus den 1930-Jahren (von Präsident Roosevelt eröffnet) übernachten. Unterwegs hört es auch auf zu regnen, die Ausblicke in die darunterliegende Landschaft sind einmal mehr wunderschön. Im Visitor-Center haben wir gelesen, dass wir für Bären-Sichtungen in die Bäume hinaufsehen sollen. Und tatsächlich - da hockt so ein Petz in sicherer Distanz auf einer Astgabel und mustert uns mit neugierigen Äuglein. Offensichtlich ist der genauso gwundrig wie wir!



Dies ist die letzte Übernachtung in der Landschaft, nun geht's dann wieder in urbanere Gebiete.

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