2017_06_02 Wald und Wasserfal

Bevor wir in Cherokee abfahren, spricht uns ein jüngerer Herr an, was wir denn von ihrem neuen Präsidenten so halten. Wir erklären, dass dieser es tatsächlich schafft, schier täglich in unseren Zeitungen in den Schlagzeilen zu erscheinen. Unserem Gesprächspartner ist es sehr peinlich, dass sich ihr Präsident vor der ganzen Welt zum Affen macht - offensichtlich ist er mit zig Millionen anderer Amerikaner der Meinung, dass ein beträchtlicher Teil seiner Mitbürger Dummies sind und auf die Sprüche des Mr. Trump hereingefallen sind. Er zeigt sich entsetzt, was mit ein paar hundert Milliönchen im Portemonnaie alles möglich ist und hofft, dass wir nicht alle seine Mitbürgerinnen und Mitbürger in denselben Topf werden. Ebenso sehnt er ein baldiges Impeachment (Amtsenthebungsverfahren) herbei.. Naja, vielleicht hat der gute Mann ja Recht - als Gäste dieses Landes äussern wir uns allerdings aber nur sehr zurückhaltend über seine Regierung...


Nun aber geht es los über den Blue Ridge Parkway, welcher uns auf mehreren hundert Meilen in Richtung Nordosten führt. Die Landschaft ist beinahe wie im Appenzellerland, nur mit dem Unterschied, dass alles bewaldet ist. Die gut ausgebaute Strasse mit kaum Verkehr (man kann sich nicht vorstellen, dass dies hier im Sommer völlig überlaufen sein kann) führt oftmals wie auf einem Grat über die Hügel und bis auf über 6'000 Fuss hinauf, kommt jedoch selten unter 3'000 Fuss hinunter (ca 1'000 Meter).  Es hat zahlreiche Lookouts, wo man hineinfahren und die wunderbare Aussicht geniessen kann. Die Gegend hat wegen dem blauen Dunst ihren Namen, die Sichtweite ist wohl auf knappe 100 km beschränkt.



Dazwischen machen wir einige Halte und gehen mehrere Wasserfälle ansehen. Der schönste sind die Linville Falls. Diese sind benannt nach Vater und Sohn Linville, welche hier im Jahre 1766 auf der Pelzjagd zwischen die Cherokees und die Shawnees gerieten und dabei getötet wurden. Man muss zwar knapp zwei Kilometer hinlaufen, was wohl viele von der Besichtigung abschreckt - der Ausblick lohnt sich aber sehr.

Die Appalachen sind eines der längsten und zugleich ein sehr altes Faltengebirge, die höchsten Erhebungen sind um die 2'000 Meter hoch. Die Gegend ist sehr dünn besiedelt und meist bewaldet. Daher gibt es hier eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Auffallend sind in den höheren Lagen die vielen toten Nadelbäume. Es handelt sich dabei um eine Fichtenart, die Bäume sind von einer aus Europa eingeschleppten Laus befallen und sterben daher ab. Leider gibt es kein Heilmittel dagegen. Vermutlich machen aber auch Klimaveränderungen und Luftverschmutzung diesen Bäumen zu schaffen.


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